Hippach

Geschichte Hippach

Wann das erste Kirchlein in Hippach erbaut wurde, sagt keine Urkunde, aber es muss sehr früh gewesen sein, denn Hippach ist ohne Zweifel der älteste Vereinigungspunkt des oberen Zillertales links des Zillers, wo man sich zum gemeinsamen Gottesdienste traf, wenn man nicht die Mutterkirche in Fügen besuchen wollte oder konnte.

Der älteste Stiftsbrief, der sich für diese Kirche vorfindet, ist vom Jahre 1247 (Priesterstiftung durch Heinrich von der Point). Ein anderer Stiftsbrief trägt die Jahrzahl 1303. Man kann annehmen, dass hier schon seit früher Zeit ein eigener Friedhof für die Bewohner des oberen Tales bestanden habe, und sicher haben hier öfters Gottesdienste stattgefunden. 

Hippach war aber im Bereich der pfarrlichen Rechte der Mutterkirche Fügen. Hin und wieder kam ein Cooperator aus dieser Pfarre und hielt Gottesdienste und verrichtete die Arbeiten, die eine Seelsorge erforderte.

1376, also vor mehr als 600 Jahren, wurde ein Cooperator der Pfarre Fügen bei St. Ingenuin und Albuin exponiert, welcher den "Pfarrleuten zu Hippach eine ewige Messe täglich sprechen, und dieselben als Caplan redlich mit allen Rechten, als der Pfarre zu Fügen und anderer Pfarren Recht ist, verwesen sollte". 

Dafür gab es auch einen Vertrag aus dem Jahre 1376 zwischen Baldwein Winzer, Pfarrherrn von Fügen und seinen Pfarrleuten in Hippach, welcher am 10. Dezember 1376 vom Bischof Friedrich zu Brixen bestätigt wurde.

Demnach ist anzunehmen, daß um dieselbe Zeit ein Vikar des Pfarrers (Pfarrgeselle) für den Kirchenbezirk Hippach, Finkenberg und Dux im Ort Hippach angestellt wurde. Für diesen ersten Expositus, Herrn Albrecht, Gesell zu Hippach, waren zusätzlich von den Leuten zu Hippach alljährlich um Michaelis 10 Mark (d.h. 20 Gulden) zu erlegen. Die Urkunden aus dem Jahre 1247 und 1303 beziehen sich auf die "Archivberichte aus Tirol" und werden darin als "jetzt nicht mehr vorhanden" bezeichnet. Sie sind aber vorhanden, nur gehört die erstere dem Jahre 1348 und die letztere dem Jahre 1403 an. 

Der richtigen zeitlichen Reihenfolge nach ist die älteste Urkunde ein Schiedsspruch vom 29. September 1317, in dem es sich um die Schlichtung eines Streites, Krieg genannt, den Ulrich der Amerlanter mit seiner Schwester Diemut um ein Drittel eines Saumlehens, das sie innehatte, ausfocht.

Die beiden Streitenden hatten sich zur Schlichtung vier Schiedsrichter erwählt, nämlich Seibot von Haslach, Probst im Zillertal, der auch die Urkunde darüber ausstellte und besiegelte, Heinrich dem Loipichler (=Laubichler), Chunrat den Chelner von Schwendau und Seibot von Schwendau.

Ein Saumlehen war ein meist im Tal gelegenes Lehen, das als Hauptzins einen Saum, ca. 150 Liter Wein zu zinsen hatte. Der Wein wuchs nicht am Gute selbst, sondern wurde in Südtirol eingehandelt. In den Güterverzeichnissen finden sich einige bekannte Hofnamen: das Gut Amerlant, ze Lawpichel, ze Haslach, Stain, Trawtting, ze Rar, Laymaw, ze Sweibern u.a.

Die zweit älteste Urkunde , die das Pfarrarchiv besitzt, ist jene vom 22. April 1348. Heinrich von der Peunt stiftet mit seiner Frau Chunigunt dem bereits bestehenden Gotteshaus zu Huttpoch, das den Brixner Bistumspatronen Ingenuin und Albuin geweiht war, einen Jahrtag (nicht Priester); das Ehepaar errichtete diese Stiftung "ze hillf und ze trost uns und allen gelaubigen selen sand Jenuwein (=Ingenuin) und sand Albein (=Albuin) zu den gotzhaus ze Huttpoch in dem Zillertal". Als finanzielle Grundlage dafür widmen die Stifter zweieinhalb Pfund guter Meraner Münze von dem Teil des Zehents, den sie gekauft haben und von dem ihnen ein Drittel gehört, "ze Purchstall und ze Mülpach und ze Stockach und ein dem Wisperg".

Die drittälteste Urkunde stammt vom 31. März 1362 ("quinta feria proxima past Letare"). Seibot und Ulrich, die Söhne Weiland Liebharts von Erlan verkaufen an Peter von Purchstal, Probst des Erzbischofs von Salzburg im Zillertal, dessen Frau und ihre Erben alle Rechte, die sie zu Erlan haben, um 15 und eine halbe Mark guter Meraner Münze. Da die Verkäufer keinen eigenen Siegel besaßen, besiegelten die Urkunde Charlein von Schernperch und Ulrich Holczman. Als Zeugen traten auf: Pertel von Lichtenherd, Ulrich der Santa, Hainrich der Proch, Hainrich Trull, Chunrat bei dem pach, Nicla der Schustel, Chunrat der Chlaffer.

Am 25. März 1363 überläßt Erzbischof Ortolf von Salzburg einen Zins aus dem Gut Erlan für ein Licht beim St. Katharinenaltar in der Zukirche von Hippach. Die ursprünglich wohl kleine Kirche zum hl. Ingenuin und Albuin hatte damals bereits eine Zukirche, vielleicht eine Verlängerung des alten Baues oder eine Seitenkapelle, in der sich ein Altar zu Ehren der hl. Katharina befand.

Am 20. Mai 1365 wird von einem Streit um ein Wegerecht berichtet. Gegner sind Peter von Durrenpach, salzburgischer Probst im Zillertal und Heinrich von Erlan. Es geht um eine Auffahrt zu dem Lehen, das der Peter von Erlan gekauft hatte. Es werden Zeugen aufgerufen, die unter Eid aussagen müssen, "ob ein auffart da sull sein durch recht oder nicht". Dreizehn Männer bezeugten die freie Auffahrt: Seybot von Helfenstein, Hainrich Gunther, Leo von Aschaw, Chunrat der Mayer von Zell, Chunrat der Tutler, Seybot Haslach, Heinrich sein pruder, Hainrich der Chraul, Ulrich von Erlaw, Ott von der Sydel, Ludwich Nideraw, Seybot sein Bruder, Peter von Stain. 

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