Kirche

Pfarrkirche Hippach

Die Pfarrkirche, geweiht zum hl. Ingenuin und Albuin, ist im wesentlichen ein Neubau der Jahre 1699 bis 1701 durch Gallus Apeller von Innsbruck.

Von der ehemals gotischen Kirche stammen noch der Turm mit Spitzhelm und den Maßwerkfenstern (15. Jahrhundert), an der Fassade ein rundbogiges Portal aus Tuffstein an der Sakristei und die mit eisernen Lilienbändern verzierte Sakristeitür.

Die Kirche ist ein für Apeller typischer Bau des Frühbarock mit dreijochigem Langhaus, Querschiff mit tonnengewölbten Seitenkapellen und zweijochigem halbrund schließendem Chor. Das Äußere ist ohne Gliederung, nur das Hauptportal hat zwei Säulen und einen Dreiecksgiebel mit Akkanthosstuck. 

Das Innere, das überall Stichkappentonnen hat, zeigt noch die Blattzopfstukkatur an den Stichkappen, Felderstuck an den Wandpfeilern, über denen ein Gebälk um den ganzen Innenraum zieht und besonders reichen Felderstuck im Chorschluss.

Diese, der Münchner Schule nachgebildeten Stukkaturen schuf wahrscheinlich der mit Gallus Apeller zusammenarbeitende Georg Holzmeister. Die Fresken malte wahrscheinlich 1746 Josef Michael Schmutzer von Wessobrunn. Sie sind aber nur mehr an den Seiten erhalten, während die Hauptbilder 1883 Franz Pernlochner von Thaur im nazarenischen Stil malte.

Das Seitenbild „Gebet Moses mit den Amalekitern“ schuf der aus Hippach stammende Matthäus Schiestl (1914). Die Ausstattung wurde 1879 bis 1881 im neuromanischen Stil geschaffen, wobei am Hochaltar Reste des barocken Aufbaues (1700) erhalten blieben.

Die Hochaltarstatuen Ingenuin und Albuin stammen von 1700 bis 1706, die Seitenaltäre links - Hl. Sebastian, rechts - Hl. Anna, von Matthäus Schiestl und Johann Sporer. Der Kreuzweg wurde im 18. Jahrhundert gemalt. Die frühere Barockorgel schuf 1752 Jakob Haas von Mondsee. Die neue Orgel stammt von Gerhard Rhadetzky und wurde am 1. Mai 1993 eingeweiht. Der älteste Teil der Kirche ist der Turm; er blieb bei dem Erdbeben 1689 fast unbeschädigt stehen, während die übrige Kirche fast zur Gänze zerstört wurde. 

Der Pfarrhof (steht in der Lindenstraße in Schwendau) wurde 1691 errichtet und hat im Flur des Obergeschosses eine hübsche Kasettendecke mit 46 Feldern (1693), die die Tischler Andrä Brunner und der Drechsler Jakob Hanser (Rosetten) von Zell geschaffen haben.

Der älteste Stiftsbrief, der sich für diese Kirche vorfindet, ist vom Jahre 1247 (Priesterstiftung durch Heinrich von der Point). Ein anderer Stiftsbrief trägt die Jahrzahl 1303.

Man kann annehmen, daß hier schon seit früher Zeit ein eigener Friedhof für die Bewohner des oberen Tales bestanden habe, und sicher haben hier öfters Gottesdienste stattgefunden.

Hippach war aber im Bereich der pfarrlichen Rechte der Mutterkirche Fügen. Hin und wieder kam ein Cooperator aus dieser Pfarre und hielt Gottesdienste und verrichtete die Arbeiten, die eine Seelsorge erforderte.

1376 , also vor mehr als 600 Jahren, wurde ein Cooperator der Pfarre Fügen bei St. Ingenuin und Albuin exponiert, welcher den "Pfarrleuten zu Hippach eine ewige Messe täglich sprechen, und dieselben als Caplan redlich mit allen Rechten, als der Pfarre zu Fügen und anderer Pfarren Recht ist, verwesen sollte".

Die Urkunden aus dem Jahre 1247 und 1303 beziehen sich auf die "Archivberichte aus Tirol" und werden darin als "jetzt nicht mehr vorhanden" bezeichnet. Sie sind aber vorhanden, nur gehört die erstere dem Jahre 1348 und die letztere dem Jahre 1403 an.

Der richtigen zeitlichen Reihenfolge nach ist die älteste Urkunde ein Schiedsspruch vom 29. September 1317 , in dem es sich um die Schlichtung eines Streites, Krieg genannt, den Ulrich der Amerlanter mit seiner Schwester Diemut um ein Drittel eines Saumlehens, das sie innehatte, ausfocht. Die beiden Streitenden hatten sich zur Schlichtung vier Schiedsrichter erwählt, nämlich Seibot von Haslach, Probst im Zillertal, der auch die Urkunde darüber ausstellte und besiegelte, Heinrich dem Loipichler (=Laubichler), Chunrat den Chelner von Schwendau und Seibot von Schwendau.

Ein Saumlehen war ein meist im Tal gelegenes Lehen, das als Hauptzins einen Saum, ca. 150 Liter Wein zu zinsen hatte. Der Wein wuchs nicht am Gute selbst, sondern wurde in Südtirol eingehandelt. In den Güterverzeichnissen finden sich einige bekannte Hofnamen: das Gut Amerlant, ze Lawpichel, ze Haslach, Stain, Trawtting, ze Rar, Laymawze Sweibern u.a.

Die zweit älteste Urkunde , die das Pfarrarchiv besitzt, ist jene vom 22. April 1348. Heinrich von der Peunt stiftet mit seiner Frau Chunigunt dem bereits bestehenden Gotteshaus zu Huttpoch, das den Brixner Bistumspatronen Ingenuin und Albuin geweiht war, einen Jahrtag (nicht Priester); das Ehepaar errichtete diese Stiftung "ze hillf und ze trost uns und allen gelaubigen selen sand Jenuwein (=Ingenuin) und sand Albein (=Albuin) zu den gotzhaus ze Huttpoch in dem Zillertal". Als finanzielle Grundlage dafür widmen die Stifter zweieinhalb Pfund guter Meraner Münze von dem Teil des Zehents, den sie gekauft haben und von dem ihnen ein Drittel gehört, "ze Purchstall und ze Mülpach und ze Stockach und ein dem Wisperg". 

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